ZEIT online – Reisen – - – Kapverdische Inseln : Strandlos glücklich
Strandlos glücklich
Der Pauschaltourismus erreicht die Kapverden. Aber nicht alle Inseln. Auf Santiago und Fogo trifft der Wanderer Weinbauern und dösende Eisvögel.
„….Erst sind da nur ganz gewöhnliche Akazien, die mit ihrem durchscheinend grünen Blätterkleid an das nahe Afrika und seine Baumsavannen denken lassen. Dann – ein wenig Oktoberregen hat Wunder gewirkt – bewegt ein großer atlantischer Atem silbrige Graswogen beidseits des Basalt-Kopfsteinpflasters. Schließlich rücken schwarz und rot gerahmte Feuerstraßen von oben gegen die Passstraße vor: erkaltete Lavarinnen, diabolische Halfpipes mit krustigen Rändern aus Schlacke. Aber all das ist nur Anlauf. Vorgeplänkel. Prélude, bevor das große Thema hervortritt. Auf 1800 Metern, am Aussichtspunkt Monte Cruz, knickt die Straße scharf westwärts ab, und der Pico do Fogo, der 2829 Meter hohe Stratosphärenvulkan, mandelt sich gewaltig auf, absoluter Höhepunkt der Kapverden. Klassisch, gleichmäßig, dreieckig; ein grauschwarzer Zuckerhut, so archetypisch, wie Kinder Berge malen. Fogo, die Feuerinsel der Kapverden, erklärt sich selbst, sobald man ihr aufs Dach steigt.“





